Aus Umweltschadstoffen kann schwarze Druckertinte werden

Anirudh Sharma ist ein Wissenschaftler vom Massachusetts Institute of Technology. Er hat einen simplen Mechanismus erfunden, mit dem aus Rußpartikeln, ein wenig Öl und Alkohol schwarze Druckertinte hergestellt werden kann. Noch ist das Gerät in der Entwicklungsphase. Mit der Farbsättigung der dort fabrizierten Druckertinte ist Anirudh Sharma bisher auch noch nicht zufrieden. Aber es ist ein Ansatz, mit dem die Herstellung der schwarzen Druckertinte revolutioniert werden könnte.

 

Ein schmutziges Taschentuch brachte Sharma auf die Idee zu dem Gerät

An einem heißen Tag im Sommer rieb Anirudh Sharma den Schweiß mit einem Taschentuch ab. Dabei stellte er fest, dass sich das Taschentuch bräunlich-schwarz verfärbte. Der Grund dafür war die enorm hohe Belastung der Luft in seinem Heimatland mit Russpartikeln, die in Indien nicht nur bei klassischen Smog-Wetterlagen auftritt. Sharma dachte darüber nach, wie der färbende Feinstaub aus der Luft sinnvoll genutzt werden könnte. Das Ergebnis ist eine simple Konstruktion, die schwarze Druckertinte in naher Zukunft zu einem aktiven Beitrag zur Entlastung der Umwelt machen könnte.

 

Sharma stellt die Druckertinte sehr einfach aus Umweltschadstoffen her

Beim Testgerät von Anirudh Sharma wird die von einer brennenden Kerze verursachte russhaltige Luft mit einer Pumpe angesaugt wird. Die Rußpartikel werden in einer kleinen Kammer aus der Luft herausgefiltert und anschließend mit Alkohol und einem Tropfen Öl gemischt. In seiner Versuchsapparatur verwendet der MIT-Wissenschaftler Olivenöl und Wodka. Die so entstandene Flüssigkeit nutzte Sharma erfolgreich in einer ganz normalen Druckerpatrone.

 

 

Es gibt großes Potential für die kommerzielle Nutzung

Noch bietet die mit der Sharma-Appatur aus dem Ruß in der Luft erzeugte Druckertinte keinen optimalen Schwärzegrad. Doch der Entwickler ist sich sicher, dass seine Schwarztinte mit weiteren Forschungen die Qualität der Originaltinte von HP erreichen kann. Dabei müssten allerdings auch noch Möglichkeiten gefunden werden, die formellen Standards hinsichtlich der Toxizität einhalten zu können. Auch sind die in Sharmas Druckertinte enthaltenen Partikel größer als die Farbpartikel, die in industriell hergestellter Tinte enthalten sind.

 

Momentan ist Sharma auf der Suche nach Unterstützern, denn er will seine Apparatur so weiterentwickeln, dass die Sammlung von Ruß in den Abgasanlagen von Dieselfahrzeugen möglich wird. Lohnenswert sind diese Forschungen allemal, denn allein die von einem Dieselmotor der vorletzten Generation abgegebene Menge Ruß würde ausreichen, um genügend Druckertinte für eine Standardpatrone binnen einer Stunde herstellen zu können. Beim Schornstein eines Holz- oder Kohleofens würden bereits zehn Minuten reichen.

 

Sharma könnte die Preise für schwarze Druckertinte dauerhaft verändern

„Druckertinte ist auch nur mit Chemikalien gemischter Industrieruß, was allerdings viele Menschen gar nicht wissen.“ – So kommentierte Sharma seine Entwicklung. Nur durch die Geheimhaltung dieser Rezepturen sei es den Herstellern der originalen Druckertinten möglich, Gewinne von über 400 Prozent aus dem Verkauf ihrer Druckerpatronen zu ziehen. Sharma ist der Meinung, dass sie genau wegen dieser Gewinnspannen kein wirkliches Interesse an Innovationen haben. Sein System entzieht der Umwelt Schadstoffe und soll den Menschen die Chance bieten, schon bald ihre schwarze Druckertinte sehr preiswert selbst herstellen zu können.

 

Hi, ich bin Andreas Zenkel von tintenalarm.de und blogge hier seit 2004.
Unseren Blog fülle ich bevorzugt mit Themen rund um Drucker, Tinte, Toner und Druckerpatronen.
Über Kommentare würde ich mich sehr freuen :-)

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Kommentare

Das ist doch mal eine gute Idee oder nicht? Sehr toller Einfall. Leider, denke ich auch, dass die führenden Firmen im Duckgewerbe über diese neue Art nicht so begeistert sind wie ich ;). Ich glaube da stößt man sehr auf Abneigung. Schade eigentlich!

Danke für den Tollen Informativen Artikel. Auf der Seite lernt man definitiv dazu.

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